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Gesellenstückausstellung der Schreinerinnung lockte viele Interessierte

NEUSTADT. Das Schreinerhandwerk blickt optimistisch in die Zukunft. An attraktiven Jobangeboten dürfte es den frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen nicht fehlen. Diese Einschätzung teilten die Redner bei der Gesellenstückausstellung an der Staatlichen Berufsschule Neustadt. Die Ausstellung machte zugleich die Vielfalt, Kreativität und hohe Qualität der angefertigten Arbeiten deutlich.

„Hinter jedem einzelnen Gesellenstück stehen viele Stunden Planung, handwerkliches Können und große Ausdauer“, betonte der stellvertretende Obermeister Sebastian Neß. Die ausgestellten Arbeiten seien weit mehr als reine Prüfungsstücke. Sie spiegelten persönliche Ideen, technische Fertigkeiten und die Leidenschaft für das Schreinerhandwerk wider. Mit dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss beginne für die jungen Handwerkerinnen und Handwerker ein neuer Lebensabschnitt. Gerade das Schreinerhandwerk verbinde Tradition und Innovation und zeige, welchen hohen Stellenwert handwerkliche Qualität in der Gesellschaft habe.

Wie die weiteren Redner dankte auch Neß den Ausbildungsbetrieben, Ausbildern, Lehrkräften und Familien. Ohne deren Geduld und Engagement sei dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Obermeister Hans Bauereiß verwies darauf, dass in jedes Gesellenstück rund 80 bis 100 Arbeitsstunden investiert würden. Das Material für das Werkstück stelle dabei jeweils der Ausbildungsbetrieb zur Verfügung.

Sorge bereitet der Innung allerdings die Entwicklung bei den Ausbildungsbetrieben. Bauereiß erklärte, dass viele Unternehmen gerne mehr Auszubildende einstellen würden. Gleichzeitig bilde inzwischen nur noch rund ein Drittel der Betriebe aus. Zudem fehle vielen Handwerksunternehmen eine Nachfolge, was die Zukunft mancher Betriebe ungewiss mache. Dennoch sei das Schreinerhandwerk im Landkreis insgesamt noch gut aufgestellt.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz spielte bei der Veranstaltung eine Rolle. KI werde künftig auch das Schreinerhandwerk unterstützen, zeigte sich Bauereiß überzeugt. Die notwendige Feinmotorik und das handwerkliche Geschick könne sie jedoch nicht ersetzen.

Landrat Dr. Christian von Dobschütz bezeichnete sich selbst augenzwinkernd als „Nicht-Handwerker“ und gratulierte den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen zu ihren beeindruckenden Arbeiten. Die Künstliche Intelligenz könne zwar unterstützen, werde das Handwerk aber nicht ersetzen. Gleichzeitig bezeichnete er den Landkreis als „echte Handwerkerhochburg“, in der man sich um gute Rahmenbedingungen für das Handwerk bemühe.

Den jungen Gesellinnen und Gesellen gab der Landrat mit auf den Weg, sich klare Ziele zu setzen und sich auch von Gegenwind nicht entmutigen zu lassen. Wer bereit sei, stets einen Schritt mehr zu gehen als erwartet, habe beste Chancen für seinen weiteren Berufsweg.

Die Leiterin der Staatlichen Berufsschule Neustadt, Christina Müller, hob das hohe Niveau der ausgestellten Arbeiten hervor. Die Gesellenstücke zeigten eindrucksvoll, dass es bei der Ausbildung nicht nur um einen erfolgreichen Abschluss gehe, sondern ebenso um Leidenschaft, Präzision sowie das Zusammenspiel von Kopf, Herz und Hand. Bewertet werde nicht allein ein Möbelstück. Sichtbar werde vielmehr alles, was die Auszubildenden in den vergangenen Jahren gelernt hätten – vom sorgfältigen Planen über präzises Arbeiten und Problemlösen bis hin zum Umgang mit Rückschlägen und der Übernahme von Verantwortung.

Müller zeigte sich stolz auf die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen sowie auf die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten. Ihr Dank galt auch dem Landkreis, der mit einer modernen Ausstattung der Werkstätten hervorragende Ausbildungsbedingungen schaffe. Dabei handle es sich nicht nur um Investitionen in Maschinen, sondern vor allem in junge Menschen und qualifizierte Fachkräfte.

Derzeit besuchen nach Angaben der Schulleiterin 28 Schülerinnen und Schüler die Grundstufe Holz, weitere 21 angehende Schreinerinnen und Schreiner lernen in der elften Jahrgangsstufe. Zur Holzabteilung gehören außerdem die Ausbildungsberufe der Parkett- und Bodenleger. Insgesamt besuchen rund 200 Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern den Fachbereich.

Bevor die Besucherinnen und Besucher die ausgestellten Sideboards, Schreibtische, Vitrinenschränke, Uhrenschränke und Garderoben besichtigten und sich von deren Erbauern erläutern ließen, würdigte Neustadts stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Rauner die Bedeutung des Handwerks. Sie bezeichnete es als „Dienst an der Gesellschaft“.

Eine besondere Auszeichnung erhielt Jonas Ott. Sein Sideboard gewann beim Designwettbewerb „Die Gute Form“ den ersten Platz.

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Veröffentlichung

Di, 28. Juli 2026

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